Excavated Speculations – gefunden
Ad Hoc Ausstellung, Installation | Fundstücke, Texte, Soundcollage | Hotel Continental / Art Space In Exile | 54h Art Squat, 2025, Berlin | Fenia Franz, Ivona Pelajic, Kateryna Koroliuk, Fredrik Stjernqvist, Khaelis, Pia Höhfeld, Tom Singier
Fakten und Fake News, Mythologie und Unsinn vermischen sich in dieser alltags-archäologischen Installation. Die inszenierten Artefakte (die meisten davon stammen aus der Umgebung des Hotels Continental, Berlin Alt-Treptow) sind Ausgangspunkt für die Spekulationen fiktiver Archäolog*innen im Jahr 2125. Das Ausstellungsdisplay ist so fragmentiert wie die Informationen selbst. Welche Narrative und Mythen werden den Test der Zeit bestehen? Was werden die Menschen in der Zukunft über den Zustand der heutigen Gesellschaft und die Welt, in der wir leben, wissen?
Ausstellungsansichten 54h Art Squat 2025 | Fotos: Fenia Franz
Im Rahmen einer Residency in Berlin kollaborierten die sieben internationale Künstler*innen aus den Bereichen der bildenden Kunst, des partizipativen und kunstpädagogischen Feldes, der urbanen Praxis und des Grafikdesigns erstmals miteinander.
Anlass war das Thema „Myths of Tomorrow“, das eine Auseinandersetzung mit Mythologie und Zukunft ermöglichte. Ausgangspunkt war das spielerische Konzept, ortsbezogen mit Fundstücken aus Zu-VerschenkenVerschenken-Kisten oder im Stadtraum liegengelassenen Objekten zu arbeiten.
Über die sozio-ökologische Ebene hinaus ließ sich die Gruppe unter anderem von slawischen Mythologien (dem Stuhl als „Foldable Dancing Object“) und dystopischen Bezügen auf den Krieg in der Ukraine („Trojan Drone“, „Military Boots For Children“) inspirieren.
Die Installation besteht aus Fundstücken und spekulativen Beschreibungen zu Herkunft, Funktion und Bedeutung der jeweiligen Objekte aus der Perspektive von Archäolog*innen im Jahr 2125.
Die Fehlinterpretationen der Gegenstände und ihre Geschichte greifen den Gedanken einer postfaktischen Gesellschaft und den Einsatz von Fake News (z. B. als hybride Kriegsführung) auf. Gleichzeitig sind sie ein ironischer und kritischer Kommentar zu den gegenwärtigen Krisen unserer Gesellschaft.
Grafikdesign: Tom Singier